eschwisterliebe   Mit allen seinen Schwestern trieb Caligula Unzucht und ließ sie öffentlich an der Tafel eine um die andere neben sich unterhalb (am Fußende) Platz nehmen, während seine Gattin oberhalb lag. Die junge Drusilla soll er noch als Knabe geschändet haben und sogar einmal beim Beischlaf mit ihr von seiner Großmutter Antonia, bei der sie beide erzogen wurden, ertappt worden sein. Später vermählte er Drusilla mit dem Konsular Lucius Cassius Longinus, entführte sie ihm aber wieder und behandelte sie vor der Öffentlichkeit als seine rechtmäßige Ehefrau. Als er krank wurde, setzte er sie sogar zur Erbin seines Vermögens und seines Thrones ein. Bei ihrem Tode ordnete er zum Zeichen der Landestrauer allgemein Gerichtsferien an. Während ihrer Dauer galten Lachen, Baden, Mahlzeiten in Gesellschaft von Eltern, Frau und Kindern als todeswürdige Verbrechen. Von Schmerz überwältigt entwich er selbst plötzlich bei Nacht und Nebel aus Rom, jagte durch Kampanien und ging nach Syrakus. Von hier kehrte er ebenso schnell wieder zurück und zog mit langem Bart und Haar in Rom ein. Auch schwor er späterhin bei wichtigen Fällen, ja selbst wenn er zum Volk oder zu den Soldaten sprach, stets: "Bei der Gottheit der Drusilla."

Seine andern zwei Schwestern liebte er nicht mit gleicher Leidenschaft; auch zollte er ihnen nicht dieselbe Verehrung, verkuppelte er sie doch mehrmals sogar an seine Buhlknaben.  - (sue)

 

Geschwister

 

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