emetzel  «Feuer!» schrie Goémond aus voller Lunge.

Elektrisiert von dem Ruf, von der Salve, von den Holzsplittern, die ihnen auf die Helme hagelten, gehorchten die Gendarmen nun wie ein Mann. Um Épaulard herum zerplatzten die Scheiben. Recht verwundert darüber, daß er nicht getroffen worden war, machte der Fünfzigjährige auf dem Absatz kehrt, um zur Küchentur zu stürzen, und da schien ihm jemand einen machtigen Schlag auf den Rücken zu verpassen. Épaulard schloß die Augen und fiel bäuchlings auf die Fliesen. Über ihm schlugen die Kugeln in die Wände ein, prallten ab und schossen durch die Küche, massakrierten ein Segelboot auf dem Kalender von der Post, durchlöcherten den Kühlschrank.

«Wo ist meine Knarre?» fragte Épaulard mit schwerer Zunge, aber niemand antwortete ihm.

Zur gleichen Zeit verwüstete das Gewehrfeuer der Gendarmen die an der Rückseite des Gehöfts aufgestellten Kaninchenställe, und man sah Karnickel durch die Luft schleudern und sich im Kreis drehen und gewissermaßen zerplatzen, und man hörte sie laut quieken, was dieses verfluchte Pandämonium noch entsetzlicher machte.

Im selben Moment tat der Gendarmerieoffizier, ganz weiß vor Zorn, drei Schritte zur Seite und brüllte dabei «Feuer einstellen!», und die Hälfte von Cashs zweitem Magazininhalt flatterte munter im hohen Bogen auf ihn zu, und die meisten Geschosse prallten gegen seine Panzerweste, doch andere drangen in seinen Kopf. Er fiel auf die Seite und begann vor Schmerzen zu brüllen. Seine Schreie waren quälend, unerträglich. Die Gendarmen feuerten noch heftiger, um sie nicht mehr hören zu müssen und um ihren Chef zu rächen, von Goémond per Megaphon angestachelt. Der Kommissar zog sich mit seinen Untergebenen etwas zurück und stieß zur linken Flanke der Gendarmen. Indes robbte der Funker bis zu seinem verwundeten Offizier. Er drehte ihn auf den Rücken, was diesen noch grauenhafter schreien ließ. Er packte ihn unter den Armen, um ihn aus dem Schußfeld der Anarchisten zu schleppen. Der Offizier wurde ohnmächtig, und sein Gebrüll verstummte.  - Jean-Patrick Manchette, Nada. München 2006 (zuerst 1972)

 

Krieg

 

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