ebote (1, christlich-jüdische)

1.      Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst NICHT andere Götter neben mir haben.
2.      Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, NICHT mißbrauchen.
3.      Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligst.
4.      Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
5.      Du sollst NICHT töten.
6.      Du sollst NICHT ehebrechen.
7.      Du sollst NICHT stehlen.
8.      Du sollst NICHT falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
9.      Du sollst NICHT begehren deines Nächsten Weib.
10.    Du sollst NICHT begehren deines Nächsten Hab und Gut.

Gebote (2, buddhistische)

1.      Du sollst NICHT anderes Leben töten.
2.      Du sollst NICHT nehmen, was dir nicht gegeben wird.
3.      Du sollst dich NICHT auf geschlechtliche Verfehlungen einlassen.
4.      Du sollst NICHT die Unwahrheit sagen.
5.      Du sollst NICHT berauschende Getränke trinken.
6.      Du sollst NICHT nach Mittag essen.
7.      Du sollst weltliche Belustigungen meiden.
8.      Du sollst NICHT Schmuck und Parfüm benutzen.
9.      Du sollst NICHT in hohen oder prächtigen Betten schlafen.
10.    Du sollst NICHT Gold und Silber annehmen. 

Gebote (3, mohammedanische)

1.      Setze neben Allah NICHT einen andern Gott.
2.      Erweiset Güte den Eltern.
3.      Gib dem Verwandten, was ihm gebührt, und ebenso dem Armen und dem Wanderer.
4.      Vergeude NICHT in Verschwendung.
5.      Tötet eure Kinder NICHT aus Furcht vor Armut.
6.      Nahet NICHT dem Ehebruch; siehe, das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg.
7.      Tötet NICHT das Leben, das Allah unverletzlich gemacht hat, es sei denn mit Recht.
8.      Nahet NICHT dem Gut der Waise, es sei denn zum Besten.
9.      Verfolge NICHT das, wovon du keine Kenntnis hast.
10.    Wandle NICHT hochmütig auf Erden.

Gebot (4, Goldenes)

Das 3. Buch Mose, entstanden zwischen 1400 und 1200 v. u. Z., diente den Priestern des alten Israel als Handbuch. Es enthält vor allem detaillierte Vorschriften im Hinblick auf Opfergaben, rituelle Reinheit, Priesterweihe, Feiertage und Feste. Aber ein Satz darin hat allem Wandel der Zeiten widerstanden: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« (3. Mose 19,18)

Im rabbinischen Judentum wurde er von dem Weisen Hillel als Verneinung umformuliert: »Was dir unlieb ist, das tu auch deinem Nächsten nicht.«

Der Ursprung der Goldenen Regel für das Christentum ist Matthäus 7,12: »Alles nun, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihnen auch.«

In den Analekten des Konfuzius (12,2) liest sich die Goldende Regel für China so: »Tu anderen nicht, was dir selbst nicht gefallen würde.« Der Weise fährt dann fort: »Es wird dann keine Regungen von Widersetzlichkeit gegen dich geben, gleichgültig ob du es mit Staats- oder Familienangelegenheiten zu tun hast.«

Der Ursprung der Goldenen Regel im Buddhismus ist das Dhammapada, 10, 129-130: »Wer sich zum Vorbild gemacht hat, soll weder schlagen noch Anlaß zu Schlägen geben.« Im Text heißt es dann erklärend: »Wie ich bin, so sind die anderen Wesen; daher soll eines das andere nicht schlagen noch sich [von einem anderen] schlagen lassen. Das ist die Bedeutung.« - (pan)

Gebote (5, surrealistische)

Gebot (6)  «Passen Sie auf. Sie wissen doch, was eine Sünde ist. Also, was ist das Gegenteil? Was ist das Antonym für Sünde?»

«Tugend?» fragte Mrs. Froelich.

«Eine gute Tat», meinte Mrs. Allen.

Der Rabbi nickte. «Auf Englisch ist es beides, auf Hebräisch aber haben wir ein einziges, spezifisches Wort dafür. Das Wort ist mitzwe und bedeutet Gebot. Wenn wir das tun, was uns geboten worden ist, dann ist das eine mitzwe. Wichtig ist dabei, daß ein Gebot sich zumeist auf etwas bezieht, was man normalerweise von selbst nicht tut. Wir tun es, weil es uns geboten wird. Der Grund für einige dieser Gebote ist klar. Das Gebot, den Sabbat als einen Ruhetag zu heiligen, können wir leicht verstehen, ein Ruhetag pro Woche, das ist vernünftig. Den würde man auch ohne Gebot einhalten. Doch dieses Gebot auch auf unsere Dienstboten auszudehnen, dazu wären wir nicht so willig bereit. Daher also das Gebot. Das Gebot dagegen, was das Vermischen von Leinen und Wolle bei der Bekleidung untersagt, schatnes, ist schwerer zu verstehen, doch fromme Juden befolgen es, obwohl sie keinen Grund dafür sehen. Weil es uns so geboten wird.»  - Harry Kemelman,  Der Rabbi schoß am Donnerstag. Reinbek bei Hamburg 1979 (rororo thriller 2500, zuerst 1978)

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