Gans, gemästete   Ich konnte jeden Tag sehen, wie diese Dame, sehr üppig, sehr weich, sehr würdig, völlig einer gemästeten Gans ähnlich, im Garten spazierte, stets im russischen Gewand mit Glasperlen, stets unter einem Sonnenschirm, und wie die Dienstboten sie ewig bald zum Essen holten, bald zum Teetrinken. Vor drei Jahren hatte sie eines der Nebengebäude als Sommerfrische gemietet, und so war sie bei Belokurow hängengeblieben, augenscheinlich für immer. Sie war etwa zehn Jahre älter als er und hielt ihn streng in Zucht, so daß er, wenn er fortgehen wollte, sie zuvor um Erlaubnis bitten mußte. Ich hörte sie häufig mit Männerstimme schluchzen, und dann schickte ich jemanden zu ihr, den ich sagen ließ, daß ich, wenn sie nicht aufhören werde, fortreisen müsse; und dann hörte sie auf.  - Anton Tschechow, Das Haus mit dem Mezzanin. Nach (tsch)
 
 

Gans Mästen

 

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