Frau, hochstehende  «Meine lieben Freunde, alle Frauen haben Fehler. Alle angenehmen Dinge auf dieser Welt haben ihre Kehrseite. Die Katzen hinterlassen Haare auf den Teppichen, die Blumendüfte verursachen Migräne, die Süßigkeiten ruinieren die Zähne, die Frauen betrügen und vergiften uns: nehmen wir diese Dinge hin mit ihren Vorzügen und ihren Mängeln und genießen wir einzig das bißchen Gute, das sie uns bieten.»

«Und was bietet dir diese Frau? Sie ist nicht einmal schön.»

«Sie hat gerade eben annehmbare Brüste

«Sie ist flach wie eine Grammophonplatte.»

«Sie hat Formen wie ihre Schuhhölzer.»

«Ihre Beine sind plump und massiv wie die von einem Billardtisch.»

«Was sagst du?» protestierte der Verliebte. «Sie hat Knöchel, die einer Portugiesin würdig wären. Ich habe niemals einen feineren Spann gesehen.»

«Ihr Spann sieht aus wie ein Thorax.»

«Und dann ist sie frisch und duftend wie ein Garten.»  «Ein öffentlicher Garten.»

«Aber sie ist so mager, daß es wie die Pilgerfahrt zu einem Beinhaus ist, wenn man mit ihr zu Bett geht.»

«Von ihrer Intelligenz wollen wir erst gar nicht sprechen.»

«Es fehlt ihr nicht an Intelligenz.»

«George Sand», lachte der Arzt, der gelehrte Zitate liebte, «hat geschrieben, daß die Frau von Natur aus schwachsinnig ist, und Strindberg sagt, daß die Frau dauernd unmündig bleibt.»

«Aber Bambù ist eine hochstehende Frau.»

«Nach Otto Weininger ist die höchststehende Frau dem tiefststehendsten Mann gegenüber noch minderwertig.»

«Blödes Geschwätz! Weiberhaß eines Päderasten.»

«Und nach Konfuzius hat die gewöhnliche Frau das Gehirn einer Henne; die höhergeartete Frau das von zwei Hennen.»   - Pitigrilli, Der falsche Weg. Reinbek bei Hamburg 1988 

Frau, hochstehende (2)  Die Mädchen wurden immer frecher, seitdem es danach aussah, als ob wir in den Krieg einsteigen würden. Ich nahm, was ich bekam, sogar eine Frau aus der guten Gesellschaft, wogegen ich früher immer gewesen war. Sie lebte in der Nähe von Lake Charles, wo sie einen Mann und Kinder hatte, aber sie war mannstoll und bevorzugte eine handfeste Behandlung; je größer ein Schwanz war und je fester er in sie hineinfuhr, desto lieber war es ihr. Sie kam aus einer einflußreichen und angesehen Familie, die einiges Vermögen im Hintergrund hatte. Alice, sie sich nannte, kam gern für eine Woche in unser Haus, wenn es wirklich rauhe Kundschaft gab: Werftbesitzer mit dicken Brieftaschen und neureiche Transportunternehmer, jede Art von miesem und brutalem Volk, das bei einem Krieg groß ins Verdienen kommt. Sie waren vorher nie in einem so eleganten Haus gewesen, wie es meines war, und sie tobten sich an allem und jedem aus und versuchten alles, was sie jemals auf französischen Sexbildern gesehen hatten. Den Huren schenkten sie seidene Strümpfe, Parfüms und Getränke. Sie stellten ein Zimmer auf den Kopf und zerschlugen das Mobiliar, aber sie zahlten auch dafür. Alice brauchte das, sie war ihnen hörig. Je schmutziger und brutaler sie waren, um so geiler war sie auf diese Leute. Sie konnte nie genügend bearbeitet, gerammelt, ausgebohrt, ausgeschleckt und verprügelt werden - sie gab ein verdammt ausführliches Wörterbuch für jede Art von sexuellem Mißbrauch ab. Einige dieser Burschen in ihren neuen Seidenhemden und Seidensocken nahmen sie wirklich ganz schön her. Sie hatte Ekstasen und Orgasmen wie Maschinengewehrfeuer, behauptete sie. Am Montagnachmittag verließ sie uns wieder Richtung Lake Charles, blaugeschlagen und bleich wie ein Fischbauch, kaum fähig, gerade auf den Beinen zu stehen, aber glücklich.    - Nell Kimball, Madame - Meine Mädchen, meine Häuser. Hg. Stephen Longstreet. Frankfurt am Main, Wien und Berlin 1982 (entst. ca. 1917-1932) 
 
 

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