akir  Ich ging an einem Fakir vorbei, der in einem Buch las. »Ach, unseliger Ungläubiger«, rief er aus, »durch dich habe ich die Zahl der Vokale vergessen, die ich gerade zählte; und nun wird meine Seele in den Körper eines Hasen übergehen und nicht in den eines Papageien, wie ich allen Grund hatte zu hoffen«. Ich gab ihm eine Rupie, um ihn zu trösten. Einige Schritte von da entfernt mußte ich leider niesen, und das Geräusch, das ich dabei machte, weckte einen Fakir aus seiner Verzückung. »Wo bin ich?« fragte er. »Was für ein entsetzlicher Sturz! Ich kann meine Nasenspitze* nicht mehr sehen; das himmlische Licht ist verschwunden!« - »Sollte ich schuld daran sein«, sagte ich zu ihm, »daß Ihr endlich einmal weiter als Eure Nasenspitze seht, so will ich Euch eine Rupie geben, um das Unheil wiedergutzumachen, das ich angerichtet habe; da habt Ihr Euer himmlisches Licht zurück!« - (vol2)

 * Wenn die Fakire das himmlische Licht sehen wollten, was durchaus alltäglich war, richteten sie ihre Augen auf ihre Nasenspitze. (Anmerkung Voltaires)

Fakir (2)  Der Fakir kommt geschwommen.

FAKIR Direktor! Direktor!

DIREKTOR Ah! Sie sinds, Fakir Charindronàta Pirongrocháta Tschernígrom-bom bom cháta!

FAKIR Was bin ich schon für ein Fakir! Was für ein bombom cháta! Wo ist meine Schlange?

DIREKTOR Wie das, Sie sind Inder und sprechen plötzlich deutsch?

FAKIR Ich ein Inder? Ich bin kein Inder! Aber darum geht es auch nicht! Wo ist meine Schlange? Wenn sie nämlich aus der Kiste ausbricht, frißt sie uns alle! Wo ist meine Schlange? Schwimmt davon.

- Daniil Charms, Zirkus Šardam. Berlin 2002 (Friedenauer Presse, zuerst 1935)

Fakir (3)

Fakir, der seit Jahren an den Füßen aufgehängt ist
und nur während einiger Nachtstunden niedergelegt wird
 

- (erot)

 

Inder Id genus omne

 

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