rzählung, hübsche  Ich hörte von der Tochter eines sehr großen Souveräns, die, toll verliebt in einen Edelmann, sich ihm derartig preisgab, daß sie, nachdem sie die ersten Früchte seiner Liebe gepflückt hatte, so geil danach wurde, daß sie ihn einen ganzen Monat in ihrem Kabinett behielt und ihn mit Erfrischungen, mit leckeren Kraftsuppen, mit köstlichem und die Kraft wieder ersetzendem Fleisch nährte, um seine Destillierblase besser in Tätigkeit zu setzen und seinen Stoff herauszupumpen; nachdem sie ihre erste Lehrzeit unter ihm abgeschlossen hatte, nahm sie weitere Lektionen bei ihm, solange er lebte, und bei anderen; darauf vermählte sie sich im Alter von 45 Jahren einem Herrn, der nichts dabei zu erwähnen fand, sondern über den schönen Ehestand, den sie ihm bescherte, sehr glücklich war. Boccaccio gibt ein Sprichwort wieder, das zu seiner Zeit im Schwange war: ›Ein geküßter Mund (andere sagen, ein gef. . . Mädchen) verliert nie sein Glück, sondern erneuert es stets, genau wie der Mond.‹ Dieses Sprichwort bringt er bei einer Geschichte vor, die er von jener schönen ägyptischen Sultanstochter erzählt, die sich von den Spießen neun verschiedener Liebhaber, einer nach dem andern, wohl mehr als dreitausendmal bügeln und plätten ließ. Zuletzt erhielt sie der König von Garbo als reine Jungfrau, das heißt, er hielt sie dafür, es war so gut, als wenn sie ihm gleich am Anfang zugesprochen worden wäre; er fand nichts daran zu tadeln und befand sich vielmehr sehr wohl dabei. Es ist eine sehr hübsche Erzählung. - (brant)
 
 

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