rfrierung, congelatio, nennt man die durch Einwirkung niederer Temperaturen an den Geweben des menschlichen Körpers hervorgerufenen Veränderungen, sei es allgemeiner, sei es örtlicher Art. An wirksamen äußeren Einflüssen ist tunächst die bewegte Luft zu nennen. Während bei Windstille selbst sehr hohe Kältegrade noch ertragen werden, ist windiges Wetter schon bei halb so hohen Frostgraden unerträglich und gefährlich. Das menschliche Blut gefriert bei minus 39 Grad Celsius. Feuchte Kälte erhöht die Gefahr; im nassen Schnee kommen deshalb erheblich leichter Erfrierungen zustande, als wenn er trocken und lose ist. Von großer Bedeutung ist ferner der Druck, unter welchem der der Kälte ausgesetzte Körper oder Körperteil steht. Schnürende Kleidungsstücke, enge Stiefel oder Handschuhe begünstigen die Erfrierung, weil sie Blutleere erzeugen. Die Symptome allgemeiner Frostwirkung sind zunächst Frostschauer und ein starkes, schmerzhaftes Kältegefühl. Dann entwickelt sich unter Gähnen eine immer zunehmende Müdigkeit und Neigung zum Schlafen, letztere besonders leicht nach starken körperlichen Anstrengungen. Wird dieser Neigung nachgegeben, so geht die Ruhe ausnahmslos unmerklich in den Tod über. Hat der Erfrierende aber Willenskraft genug, um durch fortgesetzte Bewegungen gegen die Schlafsucht anzukämpfen, so nehmen die Sinne allmählich an Schärfe ab,das Gesicht umflort sich, ein dumpfes Brausen verdeckt die Gehörsempfindungen, der Gang wird schwankend und unsicher, und endlich stürzt er besinnungslos zu Boden, während bisweilen noch unwillkürlicher Urinabgang und Nasenbluten erfolgt. Wird sie nicht unterbrochen, geht diese Besinnungslosigkeit in den Tod über. - Nach: Uwe Nettelbeck, Der Dolomitenkrieg. In: U. N., Mainz wie es singt und lacht Die Ballonfahrer Briefe Mainz bleibt Mainz Gespenstergeschichten Der Dolomitenkrieg Nachträge Frankfurt am Main 1976 (entst. 1969-1976)

Erfrierung (2)  Wenn der Körper die Wärme verliert, so wird er zunächst bleich und blau durch das geronnene Blut, die Zähne schlagen krampfhaft aufeinander, die Nerven und die ganze Masse des Körpers zieht sich gewaltsam zusammen. Ein scharfer Schmerz, eine unbeschreibliche Pein dringt bis in das Mark und macht dem Erstarrten ein unerträgliches Weh. Dann sterben die äußeren Glieder ab, wie wenn sie durch Feuer versengt wären. Denn wenn die Wärme aus den äußeren Teilen zurückgedrängt ist und zu den inneren, dem Herzen näheren flüchtet, läßt sie die Glieder, von welchen sie gewichen ist, tot zurück; die Teile aber, wohin sie getrieben wird, quält sie mit Schmerzen, und der Tod rückt so immer weiter vor.   - Der Hl. Basilius, nach: Albert Christian Sellner, Immerwährender Heiligenkalender. Frankfurt am Main 1993
 

 

Krankheit, physische Kälte

 

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