amenarm    »Die Knochen der menschlichen Arme und Beine wie bei den urtümlichsten Landtieren! Nicht daß ich mich daran stieße, aber es packt mich. Ich rede nicht von den berühmten Hermesbeinen. Aber nehmen Sie einen reizenden vollschlanken Frauenarm, wie er uns, wenn wir Glück haben, wohl umschließt, - zum Kuckuck,  aber man sollte nicht denken —«

»Es scheint mir, lieber Marquis, ein gewisser Extremitätenkult bei Ihnen vorzuliegen. Er hat seinen guten Sinn als Abneigung eines entwickelten Wesens gegen die fußlose Wurmform. Was aber den vollschlanken Frauenarm angeht, so sollte man bei dieser Gliedmaße sich gegenwärtig halten, daß sie nichts anderes ist als der Krallenflügel des Urvogels und die Brustflosse des Fisches.«  - Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. Frankfurt am Main 1965 (Fischer-Tb. 639, zuerst 1954)

Damenarm (2) Draußen im Dunkeln sah er von oben durchs Kaminloch einen Frauenarm auf sich zukommen. Der griff nach ihm, um ihn hochzuziehen.

In dem Augenblick faßte er sein Schwert, schlug damit auf den Arm und hieb ihn von der Schulter ab.

Da streckte sie den andern Arm nach ihm aus, um ihn fortzuziehen. Er schlug wieder und hieb den Arm von der Schulter ab.

Da fiel sie schwer von oben herunter auf den Boden und gleich sieben Klafter tief hinab. So wuchtig war sie. - (ir)

Damenarm (3)

Aus der Wand fuhr ein dünner Frauenarm.
Er war bleich und blau geädert.
Die Finger waren mit kostbaren Ringen bepatzt.
Als ich die Hand küßte, erschrak ich:
Sie war lebendig und warm.
Das Gesicht wurde mir zerkratzt.
Ich nahm ein Küchenmesser und zerschnitt ein paar Adern.
Eine große Katze leckte zierlich das Blut vom Boden auf.
Ein Mann indes kroch mit gesträubten Haaren
einen schräg an die Wand gelegten Besenstiel hinauf.

- Jakob van Hoddis

Arme Körperteile, weibliche

 

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