Bevölerungsentwicklung   Ein wichtiges Beispiel für einen Grenzzyklus ist das Raubtier-Beute-System, wie es in den alten Aufzeichnungen der Hudson Bay Company sichtbar wurde. Dies war eine Pelzhandelsgesellschaft in Nordkanada. Auf den vergilbenden Seiten der Bücher dieser Gesellschaft bemerkten Wissenschaftler, daß über Jahrzehnte hinweg gute und schlechte Jahre für die Pelze von Luchsen und Schneehasen einem Schwingungsmuster gefolgt waren. Es sah aus, als hätte die Population dieser Tiere in einem wohldefinierten Zyklus oszilliert. Wie wäre das verstellbar?

Um es zu verstehen, wollen wir das Raubtier-Beute-System in einem See verfolgen, der mit Forellen besetzt wird und in dem einige Hechte leben.

Während des ersten Jahres lernen die hochbeglückten Hechte, daß ihnen ein praktisch unbegrenzter Vorrat an nachwachsenden Forellen zur Verfügung steht. Die gierigen Raubfische gedeihen und vermehren sich, so daß die Anzahl der Hechte nach einigen Jahren zu explodieren scheint - natürlich auf Kosten der Forellen.

Da sich hierdurch die Hauptnahrungsquelle der Hechte erschöpft, beginnen diese an der eigenen »Überbevölkerung« einzugehen.

Einige Jahre später vermehren sich die Forellen von neuem und beginnen, den ganzen See zu füllen, weil die Population der Hechte stark abgenommen hat. Dadurch haben nun aber die wenigen verbliebenen Hechte reichlich Futter, und ihre Anzahl kann wiederum zu wachsen beginnen. So entsteht eine Schwingung zwischen der Zahl der Hechte und der Zahl der Forellen, also zwischen Raubtier und Beute. In diesem Zyklus erreichen die Zahl der Hechte und die Zahl der Forellen alle paar Jahre abwechselnd ihre höchsten und tiefsten Werte.   - John Briggs und F. David Peat, Die Entdeckung des Chaos. München 1990 (zuerst 1989)

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