estechung   Es darf der Staatsmann bei den gebräuchlichen Spenden sich nicht kleinlich zeigen, wenn seine Mittel ihm Großzügigkeit gestatten. Die Menge haßt nämlich den Reichen, der von seiner Fülle nicht mitteilt, mehr als den Armen, der sich am Staatsgut vergreift; darin sieht sie nur Not, in dem Vorgehen des Reichen aber Stolz und Verachtung des Volks. Solche öffentlichen Spenden müssen zunächst ohne jeden Gedanken an eine Gegenleistung gemacht werden: nur dann wirken sie auf die Empfänger überraschend und überwältigend. Zweitens müssen sie aber auch zur rechten Zeit unter einem gefälligen, anständigen Vorwand stattfinden, etwa in Verbindung mit einem zur Andacht stimmenden Götterfest.  - (plu)

Bestechung (2)  der schreibstil der wissenschaft,
diese knappe form, dieser logische aufbau, diese fülle von tatsachen, diese geschlossenheit, diese vollständigkeit, diese demonstrierte  freiheit von widersprüchen, beinah möchte man glauben dass es wahr ist, dieses rotwelsch ist bestechend - Oswald Wiener, Die Verbesserung von Mitteleuropa. Roman. Reinbek bei Hamburg 1969

Bestechung (3)  Eugen schmunzelte für sich, war verwundert, weil er — und auch noch als Schriftsteller - durch eine Zeit wie diese kam, sich sozusagen im Stil eines Herrschaftsdieners durch dieselbe hindurchwand und dann und wann sogar zu liebedienerischen Gesten Zuflucht nahm, falls ihm dies nötig zu sein schien. Und er war froh, von seinen Kollegen im Schriftstellerverband gewissermaßen toleriert zu werden, wahrscheinlich weil er sich heraushielt und keinen gegen einen anderen ausspielte. Bestechlich bist du auch nicht, kurios. Weshalb aber hätte ihn denn ein Kollege auch bestechen sollen? Und er fand keinen Grund dazu.  - Hermann Lenz, Der Wanderer. Frankfurt am Main 1988

Bestechung (4)  In Palermo hat sich ein kleiner literarischer Hof gebildet, und Quevedo ist das bedeutendste Mitglied dieses Hofes. Doch wird er für Osuna ungleich wertvoller, als es darum geht, den freiwerdenden Posten des Vizekönigs von Neapel zu bekommen. 1615 wird Quevedo als Gesandter nach Madrid geschickt, um die Ernennung Osunas durchzusetzen. Er entledigt sich seiner Aufgabe außerordentlich gewandt. Er überbringt dem König die Summe, die Sizilien in bestimmten Abständen dem König abzuliefern hat; dann beginnt er vorsichtig die für die Ernennung Osunas wichtigen Personen zu bestechen. ›Ich habe‹, schreibt Quevedo an Osuna, ›den Wechsel über die 30 000 Dukaten zu acht Realen erhalten; er wurde akzeptiert, und ich habe, scheinbar so nebenher, alle, die sich auf besagte Schreibart verstehen, davon in Kenntnis gesetzt. Hinter mir her rennt nun der halbe Hof; da ist keiner, der mir nicht tausenderlei Anerbieten machte, wie er Euer Exzellenz dienlich sein könnte - hier haben sich die Männer in Huren verwandelt: keinen erhören sie, der nicht zahlt... Soviel ich sehe, wird man erst später diese Karren wieder schmieren müssen, damit sie nicht knarren - augenblicklich sind sie stärker als Hexen eingeschmiert... Diese Art von Geschäften hat meiner Autorität und meinem Ruf sehr genützt !‹ - Wilhelm Muster, Nachwort zu Francisco de Quevedo, Die Träume. Die Fortuna mit Hirn oder die Stunde aller. Frankfurt am Main 1966 (zuerst 1627)

Bestechung (5) Vor zehn Jahren traf General Ding Hu-gwo im Herbst mir siebentausend Mann auf eine an Zahl leicht überlegene Streitmachr der Barbaren von jenseits der Nordgrenze. Hätte er eine Schlacht angeboten, wäre es ihm durchaus möglich gewesen, einen Sieg zu erringen.

Aber er wollte nicht sein Leben riskieren. Er leitete geheime Verhandlungen ein und bestach den General der Barbaren, daß dieser sich zurückzog. Da verlangten die Barbaren, daß seine Leute nicht in ihre Zelte zurückkehren könnten, wenn sie nicht mehrere Hundert feindliche Köpfe aufweisen könnten, um ihre Heldenhaftigkeit im Kampf zu beweisen.

Der General befahl dem sechsten Bataillon des linken Flügels, sich vom Gros der Armee zu trennen und eine vorgeschobene Stellung in einem Tal zu beziehen. Es waren achthundert Mann unter Führung von Kommandeur Liang, eines der tapfersten Offiziere der Kaiserlichen Armee, und acht Hauptleuten.

Kaum war das Bataillon in das Tal eingerückt, als zweitausend Barbaren sich von den Bergen auf sie hinunterstürzten. Unsere Leute kämpften tapfer, aber gegen eine solche Übermacht nutzte ihnen das nichts. Das gesamte Bataillon wurde niedergemacht. Die Barbaren schnitten so viele Köpfe ab wie möglich, steckten sie auf ihre Speere und ritten davon.   - Robert van Gulik, Mord im Labyrinth. Zürich 1985

Bestechung (6) Nach Deptford. Dort ich ein wenig auf die Werft und dann zu Bagwell, wo ich seine Frau beim Waschen antreffe, und ich tat auch hazer todo que yo voudrais con ihr und ließ danach ihren Mann holen und besprach mit ihm, daß er diese Woche nach Harwich gehen müßte, um dort seinen Posten auf dem neuerbauten Schiff zu übernehmen, den ich ihm besorgt habe.  - (pep)

Kombilohn Korruption

 

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