ereitsein  Die Mutter Ferdinands hieß ›die schöne Fernande‹. Man erzählte sich, daß sie nie Hosen anhatte. »Weil«, wie sie einmal zynisch erklärt hatte, »man zuviel Zeit braucht, um sie auszuziehen. Man könnte dabei eine günstige Gelegenheit versäumen.«   - Georges Simenon, Maigret erlebt eine Niederlage. München 1972 (Heyne Simenon-Kriminalromane 20, zuerst 1956)

 Bereitsein (2)

Eher ja schweigen die Vögel im Lenz, im Sommer die Grillen,
  Und vor dem Häslein fliehet eher des Mänalus Hund,
Eh' ein Weib sich sträubt, wenn der Jüngling schmeichelnd ihr nachstellt.
   Sie auch, von welcher du nicht dachtest, sie wolle, - sie will.
Und wie dem Mann der geheime Genuß, so gefällt er dem Mädchen.
  Schlecht nur verstellt sich der Mann; jene verbirgt, was sie wünscht.
Würden wir Männer nur eins, niemals zuerst sie zu bitten,
  Sicher, wir siegten: die Frau bäte von selber zuerst.
Brüllt auf grünenden Au'n doch die lüsterne Gattin den Stier an;
  Zum starkhufigen Hengst wiehert die Gattin zuerst.

 - Publius Ovidius Naso, Ars Amatoria. Frankfurt am Main  (it 164)

Bereitsein (3)

- Thomas Körner

Bereitsein (4) Ich habe allen meinen Freunden die Frage gestellt: Seid ihr bereit, auf der Stelle zu sterben? Keiner hat mir je geantwortet. Ich bin bereit. Aber ich bin auch bereit, noch hunderttausend Jahre zu leben. Kommt das nicht auf eins heraus?

Menschen gibt es immer.

Und mehr denn je staune ich, wie leicht, bequem und unnütz alles ist, so ganz und gar nicht notwendig oder schicksalhaft. Man begeht die gigantischsten Dummheiten, und die Welt brüllt vor Vergnügen, im Krieg zum Beispiel, mit seinen Fanfaren und Tedeums, seinen Siegesfeiern und Glocken, seinen Fahnen, seinen Denkmälern und seinen Holzkreuzen. »Eine einzige Pariser Nacht wird das alles wieder bevölkern«, sagte Napoleon nach der Inspektion des Schlachtfeldes von Leipzig. Wie wunderbar ist das Leben! Eine einzige Pariser Nacht...

Menschen gibt es immer. Man soll sich nicht zu wichtig nehmen.  - (mora)

Bereitsein (5)  »Also gut, Harry. Ich bin bereit.« Sie schloß die Augen; das schläfrige, liebe Lächeln blieb auf ihren Lippen.

Ich legte meine Hände um ihren schlanken Hals. Meine langen Finger verschränkten sich in ihrem Nacken, und meine Daumen gruben sich tief in ihre Kehle und suchten die Stelle, wo ihr die Luft abzudrücken war. Ich verstärkte den Druck nach und nach, erwürgte sie mit unnachgiebig fester Zielstrebigkeit, konzentriert. Sie hatte keine Gelegenheit, ein Geräusch zu machen. Erst schlug sie um sich, dann wurde ihr Körper schlaff. Ihre dunkelbraunen Augen, mit winzigen Goldflecken gesprenkelt, starrten mich arglos an, und dann sahen sie mich nicht mehr. Ich schloß ihre Lider mit dem Daumen, zog die Decke herunter und legte ihr mein Ohr auf die Brust. Kein Laut war von ihrem Herzen zu hören. Ich zog ihre Beine gerade und faltete ihre Arme auf der Brust. Sie blieben nicht gefaltet, und ich mußte ein Kissen darüberlegen, damit sie an Ort und Stelle blieben. Später, vermutete ich, wenn ihr Körper erkaltete und erstarrte, würden die Arme auch ohne die Hilfe des Kissens in ihrer Stellung verharren.   - Charles Willeford, Sperrstunde. Berlin Frankfurt am Main 1992

Bereitsein (6)

- N.N.

Bereitsein (7)

- Leone Frollo

 

Augenblick Erwartung Vorbereitung

 

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