eobachtungsposten   Ein vorbildlicher Angestellter war Léautaud nicht. Er kam zu den phantastischsten Zeiten in den Verlag und verließ ihn oft mehrmals im Laufe des Tages, um eigenen Geschäften und Besorgungen nachzugehen. Dennoch war für ihn das winzige Büro in der rue de Condé - sein «Wandschrank», wie er es nannte - mehr als nur Arbeitsplatz. Es wurde zum vorgeschobenen Beobachtungsposten eines Mannes, dessen Bedürfnis nach Absonderung bei aller hämischen Neugier auf Welt und Weltliches im Laufe der Jahre ständig zunahm.

In Fontenay verschanzte er sich. Das erste Stockwerk des Hauses, dessen Einrichtung man sich nicht spartanisch genug vorstellen kann, bewohnte Léautaud, das Erdgeschoß blieb den Tieren vorbehalten: pipi de chat war das beherrschende Ingredienz der Atmosphäre. Den Garten, der zugleich als Tierfriedhof diente, ließ er unbeschnitten wuchern. Hierher verirrten sich so leicht keine Besucher — schon gar keine Frauen. Was er mit ihnen zu tun - zutreffender wäre: zu erledigen - hatte, spielte sich anderswo ab, gelegentlich auch in seinem Büro.  - Vorwort zu (leau)

 

Beobachter

 

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