ristokratie: eine große Frau, an der Grenze zwischen dem Pariser Land und der Normandie geboren. Sechs Fuß mißt sie: ist mager, spindeldürr; früher hatte sie nobel ausgesehen, aber davon blieb nur Boshaftigkeit übrig. In den Eheverbindungen ihrer Vorfahren finden sich drei Königshäuser. Einst war sie reich, heute ist sie arm und lebt nur noch von Pensionen, die sie aber nicht vor der Bedürftigkeit bewahren; denn sie hat sie an ihre Gläubiger abgetreten. In ihren Augen gebührt alles ihr allein:

voller Mißgunst sieht sie die Krone auf der Bourbonen Haupt, aber sie traut sich nicht, es laut auszusprechen... Sie ging zu Fuß, in Richtung der Porte Saint-Antoine, zu einem Notar, um einen falschen Wechsel in Diskont zu geben. Ihre Augen heften sich auf die Türme der Bastille. Dieser Anblick erfüllt sie mit Freude. Sie tritt in die Notarskanzlei ein: die Unterschrift des rechtschaffenen, erfindungsreichen Fabrikanten Reveillon war so vorzüglich nachgeahmt, daß der Notar der Täuschung anheimfiel, wiewohl er nur wenige Monate zuvor eine andere Fälschung aufgedeckt hatte... von einem Geistlichen... Er diskontierte. - Restif de la Bretonne, Revolutionäre Nächte in Paris. Bremen 1989, zuerst 1790/1794

 

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