hnung   Er war einsmahls an einem Nachmittag in einer angenehmen Gesellschaft, bey einer Tasse Thee, und einer Pfeife Taback recht vergnügt, ohne über irgend etwas nachzudenken, als er auf einmal eine Anregung im Gemüth empfindet, nach Haus zu gehen. Da er nun nichts zu Haus zu thun hatte, so sagte ihm sein mathematischer Verstand, er solle nicht nach Haus gehen, sondern bey der Gesellschaft bleiben. Indessen wurde die innere Aufforderung immer stärker und dringender, so daß endlich jede mathematische Demonstration erlag, und Böhm seinem innern Trieb folgte. So wie er auf sein Zimmer kam, und sich umsähe, aber nichts besonders entdecken konnte, fühlte er eine neue Anregung in seinem Innern, das Bett worinnen er schlief, müße von da weg, und in jene Ecke gebracht werden. Auch hier räsonirte seine Vernunft und stellte ihm. vor, das Bett habe ja immer da gestanden, über dem sey das ja auch der schicklichste Plaz, und jener der unschicklichste, allein das Alles half nicht, die Anforderung ließ ihm keine Ruhe, er muste der Magd rufen, welche nun das Bett an die verlangte Stelle rückte; hierauf wurde er ruhig im Gemüth, er gieng wieder zur Gesellschaft, und empfand nichts mehr von jenen Anregungen. Er blieb auch zum Abendessen bey der Gesellschaft, gieng gegen 10. Uhr nach Haus, dann legte er sich in sein Bette, und schlief ganz ruhig ein. Um Mitternacht wekte ihn ein schreckliches Krachen und Poltern, er fuhr aus dem Bette auf, und sähe nun daß ein schwerer Balken mit einem grosen Theil der Zimmerdecke, gerade da niedergefallen war, wo vorhin das Bett gestanden hatte. - (still)
 
 

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